
Die Digitalisierung der Schulen in Delmenhorst hat einen entscheidenden Schritt gemacht. Mit einer Gesamtfinanzierung von 1,7 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt sind nun alle Grund- und Förderschulen der Stadt zu 100 Prozent mit modernen interaktiven Tafeln ausgestattet. Diese Initiative folgt dem Digitalpakt Schulen von 2019, der die Modernisierung des Bildungssektors in Deutschland vorantreibt. Die Installation solcher Tafeln fand im vergangenen Jahr innerhalb von nur drei Monaten statt, was die schnelle Umsetzung unterstreicht.
Dank der neuen Technologien verfügen die Klassenräume jetzt über interaktive Tafeln mit einem 86 Zoll großen Bildschirm, auf dem Lehrer und Schüler mit einem speziellen Stift schreiben können. Die Tafel bietet nicht nur grundlegende Funktionen, sondern auch Anwendungen wie Arbeitsblätter und eine kinderfreundliche Suchmaschine. Des Weiteren zeigt der Arbeitsbereich der Tafel die Uhrzeit an, was für eine strukturierte Lernumgebung sorgt. Lerninhalte für Fächer wie Deutsch, Englisch und Mathematik stehen den Schülern zur Verfügung, während ein Blaulichtfilter ihre Augen schützt.
Installation und Schulung
Die neuen interaktiven Tafeln sind nicht nur funktionsreich, sondern auch benutzerfreundlich gestaltet. Zwei weiße Magnettafeln sind an den Seiten der interaktiven Tafel montiert, was zusätzliche Möglichkeiten für die Gestaltung des Unterrichts bietet. Die Stadtverwaltung sorgt zudem für die notwendige Internetverbindung an den Schulen, damit digitale Anwendungen optimal genutzt werden können. Lehrer an der Astrid-Lindgren-Schule berichten von durchweg positiven Erfahrungen mit den neuen Geräten.
Um den Lehrkräften den Umgang mit den Tafeln zu erleichtern, wurden spezielle Schulungen durchgeführt, und jede Schule hat einen Medienbeauftragten benannt. Dies stellt sicher, dass die Lehrer die neuen Technologien effektiv in ihren Unterricht integrieren. Die Schüler profitieren von einer aktiven Interaktion, indem sie Lösungen direkt an die Tafel schreiben können. Traditionelle Lehrmethoden wie Overhead-Projektoren und Medienwagen kommen nicht mehr zum Einsatz, was einen deutlichen Wandel in der Lehrpraxis darstellt.
Förderung der Medienkompetenz
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Einführung der interaktiven Tafeln ist die Förderung der Medienkompetenz der Schüler. Wie bpb.de betont, lernen die Schüler nicht nur den Umgang mit digitalen Medien, sondern auch kritische Denkfähigkeiten, insbesondere in Bezug auf Quellenkritik und Informationsverarbeitung. Dies ist in Anbetracht der Herausforderungen, die die COVID-19-Pandemie mit sich brachte, besonders wichtig. Während der Schulschließungen mussten Schulen bundesweit digitale Lösungen implementieren, um den Lernstoff effizient zu vermitteln und sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler trotz der Krise den Anschluss nicht verlieren.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Lehrer, Schüler und Eltern kreative Ansätze finden, um digitale Unterrichtsmöglichkeiten als vorteilhaft zu erachten. Die interaktiven Tafeln spielen dabei eine Schlüsselrolle und werden mehr und mehr als Zukunftslösung für den Unterricht angesehen. Auch in anderen Bundesländern, wie Rheinland-Pfalz, wird der Bedarf an digitalen Tafelsystemen durch verschiedene Anbieter gedeckt, was den Trend zur Digitalisierung unterstreicht.